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Post für die Ministerin mit dem „rosaroten Blick“

Kitaleitungen rufen zum stillen Protest gegen Josefine Paul auf / Dialogbereitschaft angemahnt

Wissen die fast 1.600 Erzieherinnen und Erzieher der katholischen Kitas in OWL hinter sich: Birgit Henze, Brigitte Hamschmidt und Theresa Braun.

Der Ministerin ihren Blick durch die rosarote Brille zurückspiegeln: Carina Brinkhus und Sandra Schmidt, Brigitte Hamschmidt aus Hövelhof, Kita Hochstift Chef Detlef Müller, Theresa Braun aus Warburg und Birgit Henze aus Scherfede. Foto: Schlichter

Paderborn/Düsseldorf. Wenn NRW Familienministerin Josefine Paul derzeit in ihre Medienkanäle schaut, hat sie wahrscheinlich wenig Freude. Dabei schauen sie viele Menschen mit einer rosaroten Brille an. Die haben sie extra aufgesetzt, um sich nach eigenen Worten einmal gleichauf mit der Ministerin zu fühlen. Mit der Aktion „Stiller Protest“, wollen die Mitarbeitenden der katholischen Kitas in OWL deutlich machen, dass sie sich endlich eine angemessene Reaktion auf ihre Brandbriefe nach Düsseldorf wünschen. Eine erste Reaktion aus Düsseldorf zur Kitafinanzierung gab es zwar. Doch das reicht den Erzieherinnen nicht aus. Ihnen fehlt, schlichtweg, noch der klare Blick, ob die angekündigten Millionen ein Tropfen auf den heißen Stein sind oder wirklich Grundlage für eine strukturelle Hilfe sind.

Rosarot sind die Brillen, die die Kitaleitungen aus Hövelhof, Scherfede und Warburg angeschafft haben. Sie sind Accessoire für die Protestaktion. Bereits über 300 pädagogische Fachkräfte haben sich die Brille aufgesetzt und sich mit dem passenden Slogan „Ich sehe die Welt durch meine rosarote Brille, wie Ministerin Josefine Paul“ fotografieren lassen. Diese Bilder haben sie zielgerichtet in die Social Media Kanäle von Josefine Paul, dem NRW Landtag sowie des Ministeriums gebracht. Wie das praktisch geht, dafür haben sie genaue Anleitungen für ihre Kolleginnen und Kollegen ausgedruckt. Bei zwei großen Mitarbeitendenversammlungen haben sie die an alle Kolleginnen und Kollegen verteilt. Seitdem laufen die Kanäle unter den Stichworten #josefinepaul, #landtagnrw oder #kitanotstand voll. Zu übersehen ist das also nicht. Wichtig war den Kita Leitungen, dass mit dieser Aktion eine humorvolle aber deutliche Ansage nach Düsseldorf geht, dass endlich etwas passieren soll. Zusätzliche Kommentare oder böse Worte wollen sie vermeiden. Denn: der Protest solle humorvoll bleiben und keine Grenzen überschreiten.

Seit fast zwei Jahren bereits läuft die Bitte um Gehör der katholischen Kita Leitungen aus dem Hochstift und dem Raum Herford, Bielefeld, Gütersloh und Lippe. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Leitungen nach einem Kontakt mit heimischen Landtagsabgeordneten nach Düsseldorf geschrieben. Bereits dabei baten sie um Hilfe und machten auf die schlechten Rahmenbedingungen in Kitas aufmerksam. Organisiert hatten das Brigitte Hamschmidt aus Hövelhof und Theresa Braun aus Warburg. Doch anschließend gab es nur wenig Reaktion, von der Ministerin selbst kam nichts. Und so gab es auch nicht den gewünschten Dialog. Nun brachte Josefine Paul im August durch einen Brief zum Beginn des neuen Kita Jahres die Stimmung erneut in Wallung. Denn in dem öffentlichen Schreiben an Eltern und Mitarbeitende hatte die Ministerin der Grünen sich für das Engagement bedankt und aufgezeigt, wie groß die Bandbreite der Arbeit und die Qualität der Betreuung sei. Das gipfelte in dem Satz: „Ganz wichtig ist mir der Dialog mit all den verschiedenen Gruppen, die an der hochwertigen Kindertagesbetreuung und -pflege in Nordrhein-Westfalen mitarbeiten oder diese in Anspruch nehmen.“ Genau das empfanden die katholischen Kita Leitungen als Hohn. Denn trotz des massiven Protestes seit Monaten hatten sie außer einer standardisierten Eingangsbestätigung keine Gesprächsmöglichkeiten mit der Ministerin. Deshalb verfassten sie einen weiteren Brandbrief und das Protestteam wurde durch Birgit Henze aus Scherfede erweitert. Durch das Ausbleiben einer Stellungnahme kamen sie zu dem Schluß, „dass Frau Paul wohl ihre ganz eigene und eben rosarote Sichtweise auf die Welt hat“, beschrieben es die drei Organisatorinnen der Brillenaktion.

Dass es noch einen Gesprächstermin gibt, darauf hoffen die Kitaleitungen weiter. Denn ob die jetzt ganz aktuell angekündigte finanzielle Unterstützung überhaupt zum Tragen komme, sei fraglich. Immerhin müsse der Landtag das erst beschließen. Zudem hätten sie Sorge, ob das überhaupt ausreiche. Denn trotz aller Ankündigung seien sie daran interessiert, dass ihre Arbeit grundlegend und gesetzlich verankert gesichert werde. Der rosarote Protest hingegen soll weitergehen. Durch Ankündigungen allein wollen sich die Erzieherinnen und Erzieher nicht abspeisen lassen. Das Potential für weitere Fotos ist noch groß, immerhin arbeiten beim katholischen Kita Träger in OWL 1.600 Mitarbeitende.

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